Salut mes amis,
eine Woche Paris liegt nun hinter mir. Fünf Tage Paris liegen hinter
Claudia, da sie erst Sonntag Abend angereist ist, um das Trainingscamp
mitzumachen. Ich habe vom Grand Slam in Paris sehr viele Impressionen
mitgenommen. Als ich Freitag Abend das erste Mal die Halle in
Paris-Bercy betreten habe, ist mir für einen kurzen Moment das Herz in
die Hose gerutscht. Die riesigen Zuschauerränge, die um mich herum in
die Höhe ragten, haben mich ziemlich fasziniert. Ich konnte mir zu
diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen, dass diese Halle in den
kommenden zwei Tagen ausverkauft sein würde, doch ich wurde schnell
eines besseren belehrt...
Als ich am nächsten Morgen mit meinen Teamkolleginnen Franziska Konitz
und Heide Wollert die Halle erneut besuchte, um unseren "Leichten" die Daumen zu
drücken, habe ich schon das ein oder andere Mal Gänsehaut bekommen. Es
herrschte eine faszinierende Stimmung, wenn französische Athleten und
Athletinnen die Matte betraten. Davon kann sich das Publikum beim Grand
Prix in Deutschland eine gewaltige Scheibe abschneiden.
Leider lief es für die deutschen Starter und Starterinnen an diesem Tag
nicht wie erhofft, für die Franzosen dafür umso besser, was für eine
atemberaubende Stimmung in der Halle gesorgt hat.
Am nächsten Tag sollte es dann auch für mich losgehen. Mit gemischten
Gefühlen habe ich mich am Sonntag Morgen aufgewärmt. Auf der einen Seite
war ich total aufgeregt, in einigen Stunden unter tausenden Zuschauern
auf die Matte zu gehen und auf der anderen Seite war ich total dankbar
dafür, dieses Riesenevent miterleben zu dürfen.
Meine erste Kampfbegegnung war die Italienerin Assunta Galeone. Wären
meine Eltern mit dabei gewesen, hätten sie beim Anblick dieses Kampfes
wahrscheinlich Blut und Wasser geschwitzt, denn ich konnte das Blatt
erst nach 4:18 min wenden, da ich bis dahin mit Waza-ari, Yuko und einer
Bestrafung zurücklag. Meine nächste Gegnerin im Poolfinale war keine
geringere als die mit Abstand Weltranglisten-Erste Céline Lebrun aus
Frankreich. Leider blieb ich in diesem Kampf weit unter meinen
Möglichkeiten und habe es ihr deshalb vielleicht etwas zu leicht
gemacht, ins Halbfinale zu kommen. Aber nun gut, beim nächsten Mal hab
ich wieder eine neue Chance.
Trotz alledem bin ich zufrieden mit meinem 5. Platz beim Grand Slam und
freue mich auf die nächsten Herausforderungen, die schon am 22. Februar
beim Grand Prix in Düsseldorf warten.
Das anschließende Trainingslager habe ich auch gut überstanden. Sehr
anstrengend aber ich denke auch effektiv! Am Mittwoch habe ich sogar
Zeit gefunden, mit meinen Teamkolleginnen und gleichzeitig Freundinnen
am Eifelturm vorbeizuschauen, bevor dann Donnerstag Nachmittag endlich
wieder der Flieger nach Hause ging.

Paris - Ich denke, du bist nach der WM u20 im vergangenen Jahr und dem
Grand Slam 2010 ein gutes Pflaster für mich!
Text und Foto: Luise
Malzahn
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