Dienstag, 23.02.2010

              

"Geteiltes Leid und doppelte Freude"

 

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge schaue ich zurück aufs vergangene Wochenende. Mit dem, was am Samstag passiert ist, hat wohl niemand so richtig gerechnet, am wenigstens wohl Claudia selbst. Noch am Abend zuvor wusste sie nicht, ob sie überhaupt kämpfen kann, da sie sich seit einigen Tagen mit einem grippalen Infekt rumschlagen musste. Samstag Morgen hat sie dann beschlossen, dass sie versucht zu kämpfen. Ich habe ihr extra noch einmal gesagt, dass sie am besten alle Kämpfe vorzeitig gewinnen soll, damit es nicht allzu sehr "an die Luft geht". Gesagt - getan! Claudia hört eben auf ihr kleines Schwesterchen. Und schwupdiwupp war Claudi im Finale und besiegt dort schließlich auch souverän die Niederländerin Anicka van Emden, die auch schon im Finale beim Grand Slam in Rio de Janeiro im vergangenen Jahr Claudia den Vortritt lassen musste. So war es nun geschehen, Claudia gewinnt den Grand Prix in Düsseldorf, der ihr erster Wettkampf nach ihrer Knie- Op im September war. Einfach super stark!

Leider gelang es mir am Folgetag nicht, in ihre Fußstapfen zu treten. Mit einem Sieg gegen die Russin Flora Mkhitaryan und einer Niederlage gegen die Japanerin Ruika Sato musste ich mich mehr oder weniger zufrieden geben. Dass an diesem Tag definitiv für mich hätte auch mehr herausspringen können, weiß ich, doch im Judo kann nun mal der kleinste Fehler das Aus bedeuten und das bekam ich leider auch zu spüren...
Dennoch habe ich wieder an Erfahrungen gesammelt und werde versuchen, beim nächsten Wettkampf die Erfolgsleiter wieder ein Stück weiter hinauf zu klettern.

Bis Donnerstag findet in Düsseldorf noch ein internationales Trainingscamp statt.
 

Text: Luise Malzahn

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